Kontrollierte Wohnungslüftung

Allgemeine Informationen

Die Luft wird direkt von aussen oder vorzugsweise über ein Erdregister, welche die Luft durch die Erdwärme vorerwärmt, angesaugt und durch Luftfilter gereinigt dem Lüftungsgerät zugeführt. Im Lüftungsgerät wird mit einem Wärmetauscher die in der Abluft enthaltene Wärme zu ca. 80 bis 90% auf die Zuluft übertragen (Wärmerückgewinnung), wodurch selbst bei tiefen Aussentemperaturen keine elektrische Nachheizung der Zuluft erforderlich ist. Die Zuluft wird dann über ein Kanalsystem in die Wohn- und Schlafräume geführt und dort wahlweise über Decken- oder Bodenauslässe eingebracht. In den Nasszonen und im Küchenbereich befinden sich die entsprechenden Abluftgitter. Die Abluft wird über ein zweites Kanalnetz zurück auf das Lüftungsgerät geführt, wo die wertvolle Wärme auf die Aussenluft übertragen wird, bevor die Fortluft über Dach oder Fassade wieder abgegeben wird.

Planungsgrundsätze
Damit die Hausbewohner in einem gesunden und komfortablen Wohnklima leben können und die Investitions- und Unterhaltskosten möglichst gering ausfallen, sind folgende, wichtige Planungsgrundsätze zu beachten:

  • Einfache und somit günstige Anlagen mit möglichst kleinen Luftmengen planen
  • Auf Deckenstärken achten bei der Projektierung (Beton, Holz?)
  • Auf den Standort des Lüftungsgerätes achten (Schall)
  • Einfache Bedienung, Zugänglichkeit zu Filter und Lüftungsgerät gewährleisten
  • Geringer Platzbedarf aufwenden für Lüftungsgerät und Lüftungsleitungen
  • Verstellmöglichkeit der Zuluftauslässe muss vorhanden sein
  • Genaue Luftmengen berechnen und bei Inbetriebnahme einregulieren
  • Einfache und somit kurze Leitungsführungen wählen
  • Möglichst wenig Richtungsänderungen vorsehen
  • Zugänglichkeit für Kanalreinigung gewährleisten
  • Luftqualität nicht beeinträchtigen

 

Vorteile und Nutzen einer kontrollierten Wohnungslüftung

  • Grundsätzliche Einsparung von Heizkosten
  • Kleinerer Wärmebedarf, dadurch evtl. kleinere Heizungsanlage
  • Steigerung des Wohnkomforts
  • Gewährleistung eines hygienisch notwendigen Luftwechsels
  • Reduktion der Schadstoffkonzentration in den Innenräumen
  • Frischluftzufuhr in Räumen mit unerwünschten Geruchsquellen (Küche, WC)
  • Keine Fenster mehr kippen (Einbruchgefahr wird verringert, Lärmbelästigung wird kleiner)
  • Lüften durch Öffnen der Fenster nicht mehr notwendig (keine Zugluft)
  • Jederzeit in jedem Raum die richtige Frischluftrate
  • Weniger Staub in der Frischluft
  • Lüftung auch bei Abwesenheit der Bewohner jederzeit gewährleistet
  • Lärm von Aussen dringt nicht in die Wohnung
  • Pollenschutz für Allergiker mit Einsatz von Pollenfilter
  • Verhinderung von Schimmelpilzbildung und Milbenentwicklung durch Reduktion der Raumfeuchte, kein Oberflächenkondensat
  • Langfristig gute Werterhaltung des Gebäudes oder der Wohnung

 

Nachteile einer kontrollierten Wohnungslüftung

  • Investitionskosten
  • Platzeinbusse im Technikraum
  • Mögliche Koordinationsprobleme bei Leitungsführung in Decke und Wänden
  • Mögliche Geräusche bei falsch oder nicht einregulierten Auslässen

Beispiel Lüftungsgerät

        

Beispiel Lüftungsverteilung

 

 

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